Befallsdiagnose Varroamilben




Bei der Volkskontrolle sollte regelmäßig auf das Brutbild, verkrüppelte Bienen und ansitzende Milben geachtet werden. Sind Auffälligkeiten zu erkennen ist, eine Befallsdiagnose der Varroamilbe vorzunehmen. Hier gibt es 2 Möglichkeiten:
Erfassung des den natürlichen Milbenabfalls
Hierbei wird entweder ein Varroagitterboden verwendet oder ein Diagnosegitter auf den Boden gelegt. Im Wochenabstand werden die abgefallenen Milben gezählt und nach 2 bis 3 Wochen hieraus der Tagesdurchschnitt errechnet. Die Methode ist jedoch im Sommer etwas unsicher, da vor allem durch Ameisen auch Milben in größeren Umfang entfernt werden können.


Zeitraum
kritischer Milbenabfall / Tag
natürlicher Abfall
Ende Juli >5 bis 10:
umgehend behandeln
Oktober/November unter 0,5

Milbenauswaschung
Um den Milbenbefall an den erwachsenen Bienen abzuschätzen, werden ca. 30 Gramm Bienen aus den Honigraum entnommen. Hierzu stößt man die Bienen auf eine Deckelfolie und schüttet die Bienen in ein verschließbares Gefäß (z.B. altes Marmeladenglas). Das Gefäß sollte im leeren und gefüllten Zustand mit einer Feinwaage gewogen werden, um das exakte Bienengewicht zu ermitteln. Das gefüllte Gefäß wird zum Abtöten der Bienen möglichst schnell in eine Gefriertruhe gelegt. Danach werden die Bienen circa 15 Minuten in Wasser mit ein paar Tropfen Spülmittel eingelegt und abschließend gut geschüttelt. Hierbei lösen sich die ansitzenden Milben von den Bienen Die Spülmittellösung mit den Bienen wird nun in ein Honigdoppelsieb geschüttet und mit einer Brause gut durchgespült. Dabei bleiben die toten Bienen im Grobsieb hängen. Die Milben finden sich im Feinsieb wieder. Dieses wird auf eine helle Unterlage gestoßen um das Auszählen der Milben zu erleichtern.


Befallsgrad bei erwachsenen Bienen im Juli
Maßnahmen
Auswaschung
mehr als 1 Milbe/10 g BienenSommerbehandlung bald erforderlich
  





Christoph.Otten@dlr.rlp.de      drucken nach oben