Zu wenig Rohfaser im Sauenfutter
Ergebnisse des Projektes "Rohfaserversorgung bei Sauen" am DLR Eifel

Stand: 04/28/2014
Das DLR Eifel hat von September 2012 bis November 2013 ein Projekt zur Rohfaserversorgung in der Sauenhaltung durchgeführt. Untersucht wurde, wie hoch die Rohfasergehalte in Eigenmischungen und im Zukaufsfutter sind. Außerdem wurden verschiedene rohfaserreiche Futtermittel unter die Lupe genommen.

Ute Schäfer stellt die Ergebnisse vor.
Eine optimale Rohfaserversorgung sättigt die Sau, trägt zum Wohlbefinden bei und kann das Aggressionsverhalten in der Gruppenhaltung mindern. Foto: Ute Schäfer
Zusammenfassung
Im Rahmen des Projektes wurde festgestellt, dass die Rohfasergehalte von Allein- und Ergänzungsfuttermitteln sowie in den Eigenmischungen bei den tragenden Sauen stark schwanken und oft zu niedrig sind. Ein Teil der Zukaufsfutter fiel beim Inhaltsstoff Rohfaser aus der im Gesetz festgelegten Toleranz. Stroh als Rohfaserträger und Beschäftigungsmaterial war teilweise pilz- und mykotoxinbelastet.

Bedeutung der Rohfaser
Niedrige Rohfasergehalte werden, neben anderen Faktoren verantwortlich gemacht für MMA, Verhaltensanomalien, wie z.B. Kannibalismus und Aggressivität. Außerdem begünstigen zu geringe Rohfasergehalte die Coliproblematik beim Absetzferkel sowie Salmonelleninfektionen.
Eine optimale Rohfaserversorgung sättigt die Sau sowohl mechanisch, als auch chemisch. Dies trägt zum Wohlbefinden bei und kann das Agressivitätsverhalten in der Gruppenhaltung vermindern. Durch eine ausreichende Dehnung des Verdauungstraktes kann die Futteraufnahme während der Säugezeit erhöht werden. Die Verdauung wird gefördert und somit ein reibungsloses Abferkelgeschehen gewährleistet. Das Auftreten des MMA-Komplexes kann verringert werden. Damit ist ein wichtiger Grundstein für eine hohe Leistung der Sauenherde gelegt.

Umsetzung in der Praxis
  • Kontrolle des eingesetzten Futters, d.h. eigenes Getreide, Sojaschrot und Rohfaserträger über die Futtermittelprüfringe bei der LUFA auch auf Rohfasergehalte und Mykotoxine untersuchen lassen.
  • NIRS-Untersuchungen von Eigenmischungen (dient auch zur Überprüfung der Mischgenauigkeit)
  • Erhöhung des Rohfasergehaltes in der Gesamtration durch Einsatz höherer Anteile an Rohfaserträgern.
  • Verwendung verschiedener Rohfaserträger um Nachteile einzelner auszugleichen
  • Einsatz von rohfaserreichen Futtermitteln mit sowohl löslichen als auch unlöslichen Fasern auch beim Zukaufsfutter
  • Einsatz von LP Sojaschrot (höhere Schalenanteile, mxkotoxinfrei).
  • Einsatz von Wintergerste mit höheren Rohfasergehalten
  • Einsatz von Rapsextraktionsschrot als zusätzlicher Rohprotein- und Rohfaserlieferant in Erwägung ziehen.
  • Installieren von Strohraufen (Heuraufen) mit einwandfreiem Stroh, falls keine Einstreu möglich ist.

Den ausführlichen Projektbericht mit allen Projektergebnissen finden Sie im Anhang als pdf-Dokument zum Download. Tipp: Öffnen Sie die Datei zum Lesen in einem neuen Tab/ Fenster.


Download: Projekt_Rohfaser-Sauen_2014.pdfProjekt_Rohfaser-Sauen_2014.pdf



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