GVO-freie Fütterung in Hochleistungsherden: Raps kann Soja ersetzen

Stand: 01/03/2017
Derzeit ist das Thema „Milch gentechnikfrei erzeugen“ für viele Landwirte aktuell. Einerseits fordern einige Lebensmitteleinzelhändler dies, andererseits könnte es ein positives Echo in der Bevölkerung nach sich ziehen, wenn auf Importe von genverändertem Soja aus Südamerika verzichtet wird. Als Anreiz wird den Landwirten ein Preisaufschlag von bis zu 1 ct/ kg Milch gezahlt. Vereinzelt gibt es eine Umstellungsprämie.

Doch gerade für Betriebe mit hoher Leistung (>10.000 kg Milch pro Kuh/Jahr) wird oft - sowohl von Beratern als auch von Landwirten - angezweifelt, dass Rapsextraktionsschrot GVO-Sojaextraktionsschrot ersetzen kann. Gentechnikfreies Soja ist aufgrund der hohen Preise und dem begrenzten Angebot nur bedingt eine Alternative für die Milchviehhalter.

Fabian Pint und Dr. Thomas Priesmann vom DLR Eifel schildern, wie Rapsextraktionsschrot in der Ration eingesetzt werden kann, ohne dabei negative Auswirkungen auf Leistung und Tiergesundheit zu haben und stellen erfolgreiche Praxisbeispiele mit Hochleistungsherden vor.

Zusammenfassung - für eilige Leser:

Hohe Milchleistungen (> 10.000 kg Jahresleistung) lassen sich mit Rapsextraktionsschrot als Eiweißträger bei bedarfsgerechter Rationszusammenstellung problemlos erfüttern, wenn auf folgende Punkte geachtet wird:

  • Bei hohen Einsatzmengen eventuell Energieausgleich durchführen
  • Maximale Einsatzmenge <= 5-6 kg (Stichwort Schwefel – DCAB)
  • Bei sehr maislastigen Rationen und stark negativer RNB Harnstoff zufüttern
  • Grenzen einer wiederkäuergerechten Fütterung einhalten
  • Der Einsatz von geschütztem Raps ist nicht zwingend notwendig
Wenn die oben genannten Punkte beachtet werden, stellen Rapsextraktionsschrot und andere Futtermittel auf Rapsbasis eine gute und in der Regel preiswerte Alternative zu Sojaextraktionsschrot dar. Rationen auf Rapsbasis waren in der Vergangenheit - trotz teilweise erfolgtem Energieausgleich mit Futterfetten - meist günstiger als Rationen mit Sojaextraktionsschrot. Als Faustregel gilt: Liegt der Preis für Rapsextraktionsschrot unterhalb von 70 % des Sojaextraktionsschrotpreises, ist Rapsextraktionsschrot auch unter Berücksichtigung des geringeren Energie- und Rohproteingehaltes günstiger. Rapsextraktionsschrot senkt in der Regel die Futterkosten.

Den ausführlichen Bericht mit Übersichtstabellen und Grafiken finden sie im Anhang als pdf-Dokument.


Download: GVO-frei Füttern in Hochleistungsherden_Raps kann Soja ersetzen.pdfGVO-frei Füttern in Hochleistungsherden_Raps kann Soja ersetzen.pdf



thomas.priesmann@dlr.rlp.de     www.DLR-Eifel.rlp.de drucken nach oben