Stand: 05/04/2020
Die neue Düngeverordnung (DüV) wurde am 30.04.2020 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und ist am 1. Mai 2020 in Kraft getreten. Im Folgenden werden die wesentlichen Inhalte dargestellt (siehe auch Merkblatt DüV 2020 Merkblatt DüV 04-2020.pdfMerkblatt DüV 04-2020.pdf).

Die hier beschriebenen Vorgaben gelten auf allen landwirtschaftlich genutzten Flächen, sofern dort Düngemittel, Bodenhilfsstoffe, Kultursubstrate oder Pflanzenhilfsmittel angewandt werden. Die Bestimmungen der DüV für die neu auszuweisenden mit Nitrat oder mit Phosphat gefährdeten Gebiete gelten erst ab 2021 und werden hier noch nicht dargestellt.
Für Flächen in den bisher ausgewiesenen, mit Nitrat oder mit Phosphat gefährdeten Gebieten in Rheinland-Pfalz gelten aktuell zudem die hier erwähnten Vorgaben der Landesdüngeverordnung (LDüV) vom 3. September 2019 (siehe unten).

Verbotszeiträume zur Vermeidung von Nitratausträgen
Auf Ackerland ist das Aufbringen von Düngemitteln mit N-Gehalten über 1,5 % in der Trockenmasse (dazu gehören auch Gülle, Jauche, Geflügelmist, Gärreste, Klärschlamm; ausgenommen sind Festmiste von Huf- und Klauentieren sowie Komposte) nicht zulässig ab der letzten Hauptfruchternte bis einschließlich 31. Januar des Folgejahres. Bei Gemüse, Erdbeeren sowie Beerenobst beginnt der Verbotszeitraum am 2. Dezember und gilt bis einschließlich 31. Januar.
Zulässig (ohne Antragstellung) ist die Aufbringung bis 30 kg Ammonium-N bzw. 60 kg Gesamt-N/ha bei entsprechendem Bedarf bis einschließlich 1. Oktober zu - jeweils bis 15 September gesäten - Zwischenfrüchten, Winterraps oder Feldfutter sowie zu - bis 1. Oktober gesäter - Wintergerste nach Getreide. Die Herbst-N-Gaben zu Raps oder Wintergerste sind auf den N-Bedarfswert im Frühjahr anzurechnen, z.B. mit 60 % der Gesamt-N-Zufuhr mit Rindergülle.

Anmerkung: Der Begriff "Feldfutter" ist in der DüV nicht definiert.

Auf Grünland und - bei Aussaat bis 15. Mai - auf mehrschnittigem Feldfutter sind ab 1.9. mit flüssigen organischen und flüssigen organisch-mineralischen Düngern bis 80 kg Gesamt-N/ha zulässig. Für N-Dünger über 1,5 % N in der TM besteht ein Verbotszeitraum vom 1. November bis einschl. 31. Januar.

Für Festmiste von Huf- und Klauentieren und Kompost (sofern sie jeweils mehr als 1,5 % N in der TM enthalten) und für Düngemittel mit mehr als 0,5 % P2O5 in der TM gilt ein allgemeines Aufbringungsverbot vom 1. Dezember1) bis einschl. 15. Januar.
Eine Verschiebung der Verbotszeiträume ist auf Antrag (zu richten an die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier (ADD)) bis zu 4 Wochen möglich. Bei analytisch festgestellten TM-Gehalten unter 2 % kann auf Antrag der Verbotszeitraum aufgehoben oder eingegrenzt werden, wenn maximal 30 kg Gesamt-N/ha aufgebracht werden.

Vermeidung von Abschwemmungen
Zur Vermeidung von Abschwemmungen dürfen N- und P-haltige Düngemittel etc. auf überschwemmten, wassergesättigten, schneebedeckten und auch auf gefrorenen Böden nicht aufgebracht werden. Lediglich Kalkdünger bis 2 % P2O5 dürfen auf gefrorenen Böden aufgebracht werden, sofern Abschwemmungen nicht auftreten.

Abstände bei der Düngung nahe an Gewässern.
Direkte Einträge und Abschwemmungen in oberirdische Gewässer im Sinne des Wasserhaushaltsgesetzes und auf Nachbarflächen sind unzulässig. An diesen Gewässern sind Abstände bei der Düngung einzuhalten. Innerhalb 4 m1) zur Böschungsoberkante (BOK) ist eine Zufuhr von N oder P nicht zulässig. Mit Grenzstreueinrichtung oder nicht überlappender Ausbringung (Streubreite = Arbeitsbreite) beträgt der Mindestabstand 1 m.
Bei geneigten Flächen gilt zusätzlich:

maßgebl. Abstand ab BOK
Neigung innerhalb Abstand
Düngungs-verbot ab BOK
zulässige Düngung ab Verbots-zone bis zum maßgeblichen Abstand von 20 bzw. 30 m
weitere Auflagen auf gesamtem Schlag
20 m
ab 5 % bis 3 m
bei sofortiger Einarbeitung, hinreichender Bestands-entwicklung sowie nach Mulch- oder Direktsaat;
bei Reihenabständen > 45 cm auch bei entwickelter Untersaat
-
20 m
ab 10 % bis 5 m1)
Teilgabe max. 80 kg N/ha
30 m
ab 15 % bis 10 m
wie oben, sowie mit sofortiger Einarbeitung oder bei hinreichender Bestandsentwicklung

Begrenzung der P-Düngung sowie Bodenuntersuchungspflichten für P und N
Eine Bodenuntersuchungspflicht besteht für Phosphat (Schläge ab 1 ha, sofern mehr als 30 kg P2O5/ha in einem Jahr gedüngt werden, die Bodenanalyse darf nicht älter sein als 6 Jahre). Bei Gehalten über 20 mg CAL-P2O5/100g Boden (oder 3,6 mg EUF-P/100 g Boden) ist die P-Düngung durch die P-Abfuhr mit dem Erntegut begrenzt, kann aber innerhalb der Fruchtfolge auf drei Jahre im Voraus gegeben werden1).
Eine Pflicht zur N-Bodenuntersuchung besteht nur in Nitrat-gefährdeten Gebieten gemäß LDüV sowie generell beim Anbau von Feldgemüse nach Vorfrucht Gemüse.

1) in gefährdeten Gebieten gelten weitere Begrenzungen und Auflagen gemäß LDüV

Düngebedarfsermittlung für Stickstoff
Sofern insgesamt pro Kultur mehr als 50 kg N/ha und Jahr gedüngt werden, muss der Düngebedarf in schriftlicher Form ermittelt werden.

Für Ackerbaukulturen (ohne mehrschnittigen Feldfutterbau) sind die im Boden verfügbaren N-Mengen festzustellen (generell genügen repräsentative Nmin-Werte, weitere Anforderungen bestehen in Nitrat-gefährdeten Gebieten gemäß LdüV (siehe unten)).
Für alle Kulturen im Acker- und Grünland gelten spezifische, standortbezogene Obergrenzen für Stickstoff, die nach konkreten Vorgaben zu ermitteln sind. Basis ist der 5-jährige Ertragsdurchschnitt (auf Basis eigener Aufzeichnungen, mit Berücksichtigung einer Abweichung > als 20 % im Vergleich zum Vorjahr).

Vorgehensweise: ertragsabhängiger N-Bedarfswert abzüglich Nmin (je nach Tiefgründigkeit bis 90 cm, bei Sommergetreide oder Kartoffeln bis 60 cm), abzüglich Korrekturen für Vorfrucht und Zwischenfrucht und (sofern auf Ackerflächen > 4 %) für Humus, abzüglich 10 % vom Gesamt-N der zu den Vorkulturen des Vorjahres aufgebrachten organischen Düngung; dies ergibt die zulässige N-Obergrenze bzw. N-Zufuhr. Bei Wintergerste und Winterraps ist zudem der anrechenbare N aus Herbst-N-Gaben zu berücksichtigen.
Bsp. Winterweizen (A- oder B-Qualität) 80 dt/ha (Bedarfswert 230); 40 kg Nmin; Vorfrucht Raps (10 kg N); 10 % des aufgebrachten N mit organischer Düngung zur Vorkultur im Vorjahr: 20 m³ R-Gülle * 4 kg N/m³ = 80 kg N/ha * 10 % = 8 kg N/ha. N-Obergrenze = 172 kg N/ha.
Mindestanrechnung innerhalb der N-Obergrenze bzw. auf den ermittelten N-Düngebedarf: z.B. 60 % des N in Rindergülle oder flüssigen Gärresten, 25 % des N in Rindermist etc.
Im folgenden Merkblatt ist die Vorgehensweise der N-Düngebedarfsermittlung im Ackerland beschrieben: Merkblatt Ackerland N-Bedarf 04-2020.pdfMerkblatt Ackerland N-Bedarf 04-2020.pdf

Für die Bodenuntersuchung auf Nmin besteht ein Probenbegleitblatt, in dem der Landwirt seine Bewirtschaftungsdaten eintragen kann, damit eine schlagspezifische N-Düngeempfehlung erstellt werden kann, z.B. vom Berater oder vom Bodenlabor: Nmin-Probenbegleitblatt 01-2020.pdfNmin-Probenbegleitblatt 01-2020.pdf

Auch für eine N-Düngung zu Zweit- oder Zwischenfrüchten, Feldfutter, Winterraps und Wintergerste in der zweiten Jahreshälfte muss der N-Düngebedarf ermittelt werden. Das folgende Merkblatt beschreibt die Anforderungen und kann gleichzeitig als Formular benutzt werden. Merkblatt N-Bedarf zweites Halbj 04-2020.pdfMerkblatt N-Bedarf zweites Halbj 04-2020.pdf

Im Grünland sowie im mehrschnittigen Feldfutter (Gras, Klee, Kleegras, Luzerne etc., die mehrmals genutzt werden können) basiert die schriftliche N-Bedarfsermittlung auf den erzielbaren Trockenmasseerträgen und den Rohproteingehalten. Bei Schnittnutzung entspricht die N-Menge im Aufwuchs dem N-Bedarfswert. Bei Weidenutzung ist der N-Bedarfswert halb so hoch (wegen der Rückführung der Nährstoffe mit Kot und Harn). Bei Mähweidenutzung sind die Ertragsanteile von Schnitt und Beweidung zu berücksichtigen (durch Schätzung).
Vom N-Bedarfswert werden Abzüge für die N-Nachlieferung aus Leguminosen vorgenommen. Auch die Humusgehalte (keine Analysenpflicht, Schätzung genügt) sind zu berücksichtigen. Weiterhin sind ebenso wie im Ackerbau 10 % des Gesamt-N der im Vorjahr aufgebrachten organischen Düngung abzuziehen, um die N-Obergrenze (zulässige N-Zufuhr) zu ermitteln. Stickstoffbodenuntersuchungen werden hier nicht verlangt.
Organische Düngung wird mit einer Mindestausnutzung, bezogen auf den Gesamt-N-Gehalt, angerechnet (z.B. 50 % bei Rindergülle und Gärresten, ab 2025 sind es 60%).
In den folgenden Merkblättern ist die Vorgehensweise der N-Düngebedarfsermittlung für Grünland und mehrschnittigen Feldfutterbau beschrieben: Merkblatt Grünland N-Bedarf 04-2020.pdfMerkblatt Grünland N-Bedarf 04-2020.pdf Merkblatt mehrschn Feldfutter N-Bedarf 04-2020.pdfMerkblatt mehrschn Feldfutter N-Bedarf 04-2020.pdf

Mit dem Excel-basierten N-Düngeplaner können die standortbezogenen N-Obergrenzen sowie eine kulturspezifische N-Düngeempfehlung ermittelt werden, sowohl für Ackerland als auch für Grünland und für den Weinbau. Dabei wird auch die zulässige P-Düngung berechnet.
Für den Gemüsebau und den Weinbau bestehen jedoch auch Fachanwendungen der spartenspezifischen Beratung der DLR (siehe Seiten "Gemüsebau" sowie "Weinbau" in diesem Portal zur Düngung.
Die Version 1.5 N-Düngeplaner RP 1.5.xlsxN-Düngeplaner RP 1.5.xlsxist 2020 noch aktuell. Der N-Düngeplaner besteht auch als ods-Datei, die unter Open Office oder Libre Office läuft .N-Düngeplaner RP 1.5.odsN-Düngeplaner RP 1.5.ods
Bitte öffnen Sie diese Version auch nur mit einem dieser beiden Programme, so wie Sie die xlsx-Version auch nur mit Excel öffnen sollten.
Konstruktive Kritik zu dieser Tabellenkalkulation ist willkommen. Aufgrund der neuen DüV ist für das Anbaujahr 2021 die Version 2.0 in Vorbereitung. Sie wird zudem die Möglichkeit bieten, Düngungsmaßnahmen nach den Vorgaben der DüV aufzuzeichnen.

Die 170 kg N/ha-Obergrenze
Auf die 170 kg N-Obergrenze/ha im Jahresdurchschnitt eines Betriebes für organische und organisch-mineralische Düngemittel (einschl. Weidegang) sind - was etwa den Gehalten in den Düngemitteln entspricht - z.B. im Falle von Rindergülle 85 % der N-Ausscheidungen oder bei Biogasanlagen 95 % des N in den Substraten anzurechnen. Mit Kompost dürfen 510 kg N/ha in drei Jahren ausgebracht werden. Für die Berechnung der N-Obergrenze können Flächen nur soweit herangezogen werden, wie die N-Düngung dort fach- oder förderrechtlich zulässig ist.
Anmerkung: Organisch-mineralische Düngemittel sind z.B. Gülle mit Einmischung von Ammoniumsulfat. Diese Düngemittel fallen ebenfalls in die 170-kg-N/ha-Regelung und alle Bestimmungen wie für die ursprüngliche Gülle.
Zur organischen Düngung steht ein spezielles Merkblatt „Regelungen zu organischen und Wirtschaftsdüngern“ zur Verfügung Merkblatt DüV Wirtschaftsdünger 04-2020.pdfMerkblatt DüV Wirtschaftsdünger 04-2020.pdf

Unverzügliche Einarbeitung
Organische und organisch-mineralische Dünger über 1,5 % N in der TM und davon mehr als 10 % leicht löslichem bzw. Ammonium-N sind zur Vermeidung gasförmiger Ammoniakverluste auf unbestelltem Ackerland unverzüglich, d.h. innerhalb 4 Stunden (ab 2025 innerhalb 1 Stunde) nach Beginn der Aufbringung einzuarbeiten. Ausgenommen von der Einarbeitungspflicht sind Festmiste von Huf- und Klauentieren, Komposte sowie Dünger mit weniger als 2 % TM (mit Analyse zu belegen).
Harnstoff (als Düngemitteltyp) darf nur mit unverzüglicher Einarbeitung (innerhalb 4 Stunden) oder mit Ureasehemmstoff versetzt auf den Boden aufgebracht werden.
Auf bestelltem Ackerland (auf Grünland und mehrschnittigem Feldfutter ab 2025) sind flüssige organische und flüssige Wirtschaftsdünger (über 1,5 % N und davon mehr als 10 % leicht löslichem bzw. Ammonium-N) streifenförmig aufzubringen oder direkt einzuarbeiten. Ausnahmen sind bei Unzumutbarkeit oder aus Sicherheitsgründen auf Antrag an die ADD möglich.
Zur Auswahl und zu Fördermöglichkeiten von Geräten zur Gülleausbringung liegt ebenfalls ein Merkblatt vor (Stand 2019): 2019 Merkblatt Gülleverteiler.pdf2019 Merkblatt Gülleverteiler.pdf

Lagerkapazitäten für Wirtschaftsdünger müssen betriebsspezifisch ausreichend bemessen sein, um die Verbotszeiträume zu überbrücken. Für flüssige Wirtschaftsdünger (Gülle, Jauche, Gärreste, Sickersäfte, Niederschläge, nicht abpumpbare Reste) sind mindestens 6 Monate notwendig und für Kompost oder Festmist von Huf-/Klauentieren müssen die erzeugenden Betriebe zwei Monate Lagerraum vorhalten (es sei denn, die Tiere stehen nicht im Stall). Bei einem Tierbesatz über 3 GV/ha oder ohne eigene Aufbringungsflächen sind mindestens 9 Monate Lagerkapazität nachweisen.

Nährstoffvergleich und Stoffstrombilanz
Der Nährstoffvergleich entfällt. Allerdings gilt die Stoffstrombilanzverordnung weiterhin (für Betriebe ab 2,5 GV/ha bei mind. 20 ha, Viehhalter und mit Viehhaltern in Verbindung stehende BGA-Betriebe, die jeweils Wirtschaftsdünger von anderen aufnehmen. Ab 2023 (und gegebenenfalls schon früher) gilt die Verpflichtung für alle Betriebe ab 20 ha oder ab 50 GV.
Zur Berechnung von Nährstoffvergleich (nach DüV von 2017) und Stoffstrombilanz steht eine Excel-Anwendung zur Verfügung, die sich für alle landwirtschaftlichen Betriebe, auch mit Weinbau, Tierhaltung oder Biogasanlagen eignet .NV-SSB-RLP Vers. 1.7.xlsxNV-SSB-RLP Vers. 1.7.xlsx
Die Anwendung wird noch an den aktuellen Bedarf angepasst, da der Nährstoffvergleich entfällt und Änderungen bei der Stoffstrombilanz zu erwarten sind.

Wer den Nährstoffvergleich von Hand rechnen will, findet hier eine Vorlage:
Formular Nährstoffvergleich RLP 02 2019.pdfFormular Nährstoffvergleich RLP 02 2019.pdf


Erforderliche Aufzeichnungen
Aufzuzeichnen sind für alle Bewirtschaftungseinheiten die Bodenuntersuchungsergebnisse (N und P), die vollständige Düngebedarfsermittlung und bis zum 31. März des Folgejahres die betriebliche Summe des Düngebedarfs. Innerhalb von 2 Tagen ist jede Düngungsmaßnahme (Flächen, Größen, Art und Düngermenge) und nach Abschluss der Weidehaltung der Umfang der Beweidung (Tierart, -anzahl, Weidetage) festzuhalten. Für die eingesetzten Düngemittel sind die Gehalte und Mengen an verfügbarem N, Gesamt-N und Phosphat zu belegen sowie bis zum 31. März des Folgejahres die betriebliche Summe des tatsächlichen Nährstoffeinsatzes.
Ausgenommen von den Aufzeichnungspflichten sind insbesondere Betriebe, die auf keinem Schlag mehr als 50 kg N oder 30 kg Phosphat/ha aufbringen oder deren Bewirtschaftung eine bestimmte Flächengröße nicht überschreitet. Einzelheiten sind im Merkblatt zur LDüV erläutert, da sich die Obergrenzen je nach Lage der Flächen in Nitrat- oder Phosphat-gefährdeten Gebieten unterscheiden. Zudem bestehen gemäß LDüV Untersuchungspflichten der Nährstoffe in Wirtschaftsdüngern.

Landesdüngeverordnung Rheinland-Pfalz
Aufgrund der Düngeverordnung von 2017 waren die Bundesländer verpflichtet, in Gebieten mit aus der Landwirtschaft stammender hoher Nitratbelastung des Grundwassers oder hoher Phosphatbelastung der oberirdischen Gewässer zusätzliche Maßnahmen aus einer in der Düngeverordnung vorgegebenen Liste zu erlassen.
Im September 2019 wurde von der Landesregierung die Landesdüngeverordnung (LDüV) erlassen, die in Verbindung mit der neuen DüV (2020) bis auf Weiteres ihre Gültigkeit behält.
Demnach sind in den bisher ausgewiesenen, mit Nitrat oder Phosphat gefährdeten Gebieten (siehe Abbildung unten)
- Bodenuntersuchungen auf N erforderlich,
- bei ausgeprägter Hangneigung verstärkte Abstände zu Gewässern einzuhalten,
- Untersuchungen von Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft und Gärresten sowie
- Aufzeichnungspflichten für kleinere Betriebe vorgeschrieben.
Nur in der Umgebung von Oberflächengewässern mit Phosphatbelastung wird die P-Düngung in Abhängigkeit von den P-Gehalten der Böden zusätzlich begrenzt und ein Verbotszeitraum eingeführt.
Das Merkblatt enthält die Regelungen im Einzelnen: Merkblatt LandesDüV RP 2019 akt 03 2020.pdfMerkblatt LandesDüV RP 2019 akt 03 2020.pdf
Betriebe, deren Nährstoffvergleich im dreijährigen Durchschnitt einen Saldo unter 35 kg N/ha aufweist und die dies der zuständigen Behörde (ADD, Trier) rechtzeitig nachgewiesen bzw. eine Erklärung dort abgegeben haben (www.add.rlp.de > Thema Landwirtschaft > Düngerecht > Landesdüngeverordsnung), sind von den hier beschriebenen, zusätzlichen Maßnahmen freigestellt.
Die besonderen Anforderungen der Landesdüngeverordnung an die Auswahl der Flächen und Probenentnahmen zur N-Bodenuntersuchung sind hier beschrieben Nmin-Merkblatt LDüV RP 16 01 2020.pdfNmin-Merkblatt LDüV RP 16 01 2020.pdf
und im Folgenden die entsprechenden Meldepflichten Merkblatt LandesDüV RP_Meldepflichten 02 2020.pdfMerkblatt LandesDüV RP_Meldepflichten 02 2020.pdf
Die von den besonderen Auflagen der LDüV betroffenen Flächen können im GeoBox-Viewer (www.dlr.rlp.de) oder auf www.flo.rlp.de flurstückgenau eingesehen werden (siehe Abbildung unten).








Künftig sind Änderungen bei der Abgrenzung der gefährdeten Gebiete zu erwarten, da diese nicht mehr nur entsprechend den Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie eingeteilt werden sollen (wie es bisher bzw. bei der LDüV der Fall war).
Für die Umsetzung der Bestimmungen zur Düngung in den mit Nitrat oder Phosphat gefährdeten Gebieten nach der neuen Düngeverordnung bzw. den bis 2021 zu ändernden Landesdüngeverordnungen soll eine sogenannte Binnendifferenzierung erfolgen. Diese soll neben den gefährdeten Grundwasserkörpern der Wasserrahmenrichtlinie (auf Basis der Neufestsetzung von 2019/2020) auch auf einer Modellierung des Wasserhaushalts und des Nährstoffhaushalts basieren. Grundlage dafür sind alle verfügbaren statistischen Daten zu Witterung, Geologie, Böden und landwirtschaftlicher Nutzung sowie fachliche Einschätzungen. Erste Auswertungen deuten darauf hin, dass die neuen Nitrat-gefährdeten Gebiete zwar kleiner werden als die bisherigen, aber überwiegend in den gleichen Regionen liegen. Die mit Phosphat gefährdeten Gebiete werden vermutlich ausgeweitet, da nunmehr auch Fließgewässer in die Betrachtung einbezogen werden müssen.

Die in Gebieten mit aus der Landwirtschaft stammender hoher Nitratbelastung des Grundwassers oder hoher Phosphatbelastung der oberirdischen Gewässer ab 2021 geltenden Auflagen werden in absehbarer Zeit an dieser Stelle beschrieben.

Zuständigkeiten
In Rheinland-Pfalz ist für den Vollzug (Genehmigungen, Anordnungen, Verfolgung sowie Ahndung von Ordnungswidrigkeiten) der Düngeverordnung die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD, Trier) zuständig. Die Düngeberatung obliegt den Dienstleistungszentren Ländlicher Raum (DLR).

Weitere Merkblätter zur Düngung, auch zur Einhaltung der Düngeverordnung, finden Sie im Portal Pflanzenbau - Düngung
Download:


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